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Kindheit endet mit zwölf Jahren


Überlebende des Lagers Theresienstadt berichten beim Liederabend vor 100 Gästen


Mehr als 100 Gäste haben am Dienstag der Kinder von Theresienstadt gedacht. Lieder jüdischer Komponisten, ein Interview mit Überlebenden und eine Ausstellung ebneten den Weg zur Erinnerung.


Von Stefan Heinze Anzeiger für Burgdorf HAZ 09.11.2006


Angelika Nolte Sopran, Tina Röber- Burzeya begleitet sie am Flügel. Foto Heinze

Burgdorf. Das von Angelika Nolte (Sopran) und Tina Röber-Burzeya (Klavier) vorgetragene Wiegenlied des jüdischen Komponisten Hans Krása mochten die Kinder im Lager besonders gern. Das Lied aus der Kinderoper Brundibar erzählt vom Erwachsenwerden. „Wir waren damals zwölfjährig, und unsere Kindheit war auch schon zu Ende“, sagte Evelina Merova in der Gedenkveranstaltung der St.-Pankratius-Gemeinde und des Kulturvereins Scena.
Während Evelina Merova und Helga Hosková damals das Wiegenlied summten und das Leben im Kinderheim angesichts der Not der Mütter und Väter sogar ein wenig genossen, wurden jüdische Kinder und Erwachsene abtransportiert nach Osten in Richtung Auschwitz. Was dort geschah, ahnten die Kinder in Theresienstadt nicht, wie Merova und Hosková im Interview mit Michael Stier von der Regional- und Stadtakademie Hannover deutlich machten. Wie bedrückend das Lagerleben war, zeigten Zitate von Gefangenen, vorgetragen von Mai-Britt Ruff, Frederik Sting und Caroline Singer.
Lieder erinnerten daran, dass sich in Theresienstadt zahlreiche Kulturschaffende versammelten. Neben Kompositionen von Krása erklangen auch Lieder von Viktor Ullmann und Gideon Klein. Alle drei waren in Theresienstadt und wurden von Nazis ermordet.
Vor und nach dem Liederabend war Gelegenheit, Bilder anzuschauen, in denen Hosková damals ihre Sicht des Lagers festgehalten hat. Die Ausstellung ist auch heute von 10 bis 12 Uhr im Gemeindesaal, Gartenstraße 25, zu sehen. Die Kinderoper Brundibar wird dann ab 17.30 Uhr in der Pankratius-Kirche aufgeführt (vor dem Gedenkweg zum jüdischen Friedhof).