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Verlegung der ersten Stolpersteine

Am 17. August 2006


wurden in Burgdorf die ersten sieben „Stolpersteine“ gelegt, mit denen an die jüdischen Bürger und Bürgerinnen erinnert werden soll, die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung geworden sind. Die „Stolpersteine“ sind 10 mal 10 cm große Messingplatten, in denen Name, Geburt, Tag der Deportation, Todesort und Todestag eingehämmert sind. Diese Steine werden vor den Häusern, in denen die Opfer gewohnt haben, flach im Bürgersteig eingesetzt.


Vor dem Haus Luisenstraße 4, der letzten Wohnstätte von Meyer Löwenstein und seiner Tochter Margarete, setzt der Kölner Künstler Gunter Demnig (58) die ersten zwei Stolpersteine. Weitere fünf wurden an der Schloß- und Marktstraße sowie an der Uetzer Straße gesetzt. Quelle: Anzeiger für Burgdorf, Sven Warnecke, 18. August

Jüdische Familien sind über Jahrhunderte in Burgdorf zuhause gewesen, bis der Rassenwahn der Nationalsozialisten alle Lebensbereiche mehr und mehr bestimmte und auch in Burgdorf das Leben jüdischer Menschen unerträglich machte. Unvorstellbares Unrecht ist ihnen angetan worden. Ihrer Heimat, ihrer Menschenwürde und Menschenrechte sind sie beraubt worden – und in vielen Fällen ihres Lebens. Mehr als fünfzig von ihnen sind Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung geworden.


Quelle: Anzeiger für Burgdorf, Sven Warnecke, 24. August

Wir sind es den Opfern schuldig, ihnen ein Heimatrecht in der Erinnerung unserer Stadt zu geben. Wir sind es auch uns selbst und unserer Stadt schuldig. Die „Stolpersteine“ sind eine nachdrückliche Form solchen Erinnerns. Die jetzigen Hauseigentümer, die der Verlegung der Steine zugestimmt haben, werden die Achtung und den Respekt vieler Bürger und Bürgerinnen gewinnen. Die Stadt Burgdorf wird in den Augen vieler auswärtiger Besucher Anerkennung finden. Dem Erinnern soll später auch eine Gedenktafel an der ehemaligen Synagoge dienen und eine bleibende Dokumentation aller Opfer im Schloss.
Die Schatten der Vergangenheit nüchtern und kritisch in den Blick zu nehmen, ist eine unerlässliche Voraussetzung, um Gegenwart verstehen und Zukunft menschlich und verantwortlich gestalten zu können. Erinnerung eröffnet Zukunft.