Wahl des Superintendenten

Charbonnier ist gewählt


Der nächste Superintendent im Kirchenkreis Burgdorf heißt erwartungsgemäß Ralph Charbonnier.

Nach seiner Vorstellung und der Beratung in nichtöffentlicher Sitzung hat der Kirchenkreistag den 45-jährigen promovierten Theologen mit abgeschlossenem Ingenieurstudium in geheimer Wahl mit 61 von 68 abgegebenen Stimmen gewählt. Mit dem Hinweis „Wir haben die Wahl“ hatte die stellvertretende Superintendentin Susanne Paul in ihrer einleitenden Andacht darauf verwiesen, dass man erstmals einen Superintendenten selbst wählen dürfe, während die Vorgänger von der Landeskirche berufen wurden. „Wunderbar, ich bin glücklich“, sagte Paul zum Wahlergebnis. Landessuperintendentin Ingrid Spieckermann gratulierte dem Kirchenkreis „zu diesem Superintendenten“. Kirchenkreistagsmitglied Dirk Rentz aus Dollbergen ist gespannt auf den neuen Mann und hat ihn als „sehr eloquent“ erlebt. Wolfgang Hilker aus Arpke, der ihn ebenfalls erstmals gehört hat, sprach von einer bemerkenswerten Vorstellungsrede und hat einen „positiven Eindruck“ gewonnen. „Der Mann überzeugt mich immer mehr. Ich bin überzeugt, dass wir genau die richtige Wahl getroffen haben“, sagte der Otzer Dietrich Vollbrecht, der Mitglied im Wahlausschuss war. nk Aus Anzeiger für Burgdorf 19.01.2008 Norbert Korte

Nach seiner Wahl singt Ralph Charbonnier zusammen mit Landessuperintendentin Ingrid Spieckermann und den Mitgliedern des Kirchenkreistages das moderne Kirchenlied „Segne uns, du Licht des Lebens“. Korte

Ein Aufbruch in das wirkliche Leben.

Der neue Superintendent Ralph Charbonnier will keine Sonderbehandlung.

– Feierliche Amtseinführung im April

Der am Donnerstag vom Kirchenkreistag gewählte neue Superintendent Ralph Charbonnier wird voraussichtlich im Frühsommer mit seiner Familie am Spittaplatz einziehen – und sich hinten anstellen.

von rebekka neander Burgdorf.

Ein Leben im theologischen Elfenbeinturm fernab des wirklichen Lebens – das kann man dem neuen geistlichen Oberhaupt des Kirchenkreises wahrlich nicht nachsagen. „Wir brauchen für unsere Töchter eine Kindergartenbetreuung bis in den Nachmittag. Aber die Plätze bei Pankratius sind voll.“ Also keine Extrawurst für den Superintendenten? „Nein“, entfährt es Charbonnier bei seinem Antrittsbesuch in der Anzeiger-Redaktion. „Das ist ein klassisches Problem, das alle haben. Wir haben uns jetzt auch bei den Kindertagesstätten der Stadt beworben.“ Für Charbonnier ist dieser Einstand im Grunde nach Maß. Denn zu den Leitmotiven seines Wirkens zählt, das kirchliche Leben im Alltag zu finden. Es ist ein Kernziel, das der 45-Jährige mit seiner Biografie in Verbindung bringt. So rettete er seine kirchliche Verbindung aus Schultagen wohl in sein Ingenieurstudium in Braunschweig und Berlin. „Aber ich fragte mich in der Zeit schon, wo Predigten im Gottesdienst auf derlei Lebensinhalte eingehen“, sagt er. Es folgte das Studium der evangelischen Theologie in Marburg – und die logische Konsequenz aus beidem: die Promotion über Technik und Theologie. Am 6. April wird Charbonnier in sein Amt in Burgdorf feierlich eingeführt und damit in einen Kirchenkreis. Dieser und dessen namensgebende Stadt erscheinen Charbonnier durchaus reizvoll. „Der Kirchenkreis hat den Ruf, selbstbewusst und offen zu sein.“ Und an Burgdorf reizte ihn zudem die Mischung aus Dorf und Stadt vor den Toren Hannovers: „Tradition plus Innovation in einer guten Mischung.“ Die zeitgleich ausgeschriebene Stelle als Superintendent in Stade war da keine große Konkurrenz. Zumal Charbonniers Ehefrau Annette weiterhin als Pastorin in der St.-Vitus-Gemeinde in Wilkenburg-Harkenbleck arbeiten wird. Den Schwerpunkt seiner bisherigen Arbeit am Zentrum für Gesundheitsethik, die Palliativversorgung schwer kranker Menschen und ihre Sterbebetreuung, will Charbonnier auch in Burgdorf nicht aus den Augen verlieren. Und er ist froh über die hier bereits gut funktionierende Hospizarbeit. Gleichwohl weiß er um die Herausforderungen, die auf die Kirche als Arbeitgeber zukommen werden. „Die nächste Sparrunde kommt bestimmt“, sagt er. Ein Familienfoto mit Kindern und Hund wird es nach der Wahl nicht geben. Dazu ist dem zweifachen Vater die Privatsphäre zu wichtig. „Familie ist etwas Schützenswertes“, sagt er. Und davon abgesehen: „Wir haben keinen Hund.“