Themenjahr 2008

Nächstenliebe kennt kein Alter - Generationen zusammenführen



Die Welt wandelt sich rapide. „Silver Ager“ und „Jugendwahn“ gehören zu den modernen Begriffen unserer Tage. Sie sind Ausdruck einer zunehmenden Polarisierung innerhalb der demografischen Entwicklung in Deutschland. Im Jahr 2050 werden 26 % der Bevölkerung älter als 60 Jahre sein, nur noch 14 % sind jünger als 20 Jahre. Fachleute erkennen bereits seit einiger Zeit ernstzunehmende Abgrenzungserscheinungen, die zu einer generationsbezogenen Neid-Debatte und damit zu einem Gegeneinander führen können.

Parallel zu dieser Entwicklung verstärken sich die Trends zu mehr Individualisierung, Technisierung und Globalisierung. Unser Leben beschleunigt sich, gleichzeitig verlieren traditionelle und Sicherheit vermittelnde Strukturen und Ordnungen an Bedeutung. Die Folge sind eine wachsende Orientierungs- und Perspektivlosigkeit, die alle Generationen betrifft.

In Anbetracht der künftigen Herausforderungen an unsere Gesellschaft brauchen wir aber gerade heute den mutigen Blick in die Zukunft. Neugier, die Bereitschaft zum Wandel, Offenheit für Neues und eine konsequente Chancenorientierung entstehen jedoch nicht auf der Grundlage von Unsicherheit, Skepsis und Egoismus, sondern auf einem konstruktiven Miteinander, menschlicher Nähe, Geborgenheit und Toleranz.

Die St.-Pankratius-Kirchengemeinde stellt das Jahr 2008 unter das Jahresthema: „Nächstenliebe kennt kein Alter – Generationen zusammenführen“. Sie will hiermit ein Zeichen setzen für ein kraftvolles harmonisches Miteinander der Generationen. Sie will Mut machen zu einer gemeinsamen, generationenübergreifenden Lebensgestaltung, die getragen ist von Respekt, Würde, Neugier und Nächstenliebe - sowohl im persönlichen als auch im beruflichen und gesellschaftlichem Umfeld.



Der Burgdorfer Taufwald schafft feierliche Anlässe, um Generationen zusammenzuführen. Beim Pflanzen der Bäume sind oft 4 Generationen einer Familie beieinander. Foto: Thon-Breuker

„Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ lautet die herausfordernde und provokante Aufforderung des Evangeliums . Wenn sie in heutiger Zeit noch einen aktuellen Bezug hat, ergeben sich gerade hieraus nicht völlig neue Perspektiven für das Zusammenleben von Generationen und Kulturen?

Wie ein Roter Faden zieht sich die Thematik durch alle Höhepunkte des Kirchenjahres, zusätzliche Angebote vertiefen spezifische Fragestellungen, provozieren, laden ein zur Diskussion, zeigen Wege und vermitteln Impulse.
Das große Fest der Generationen am 18.Mai 2008 auf dem Spittaplatz lässt die Sehnsucht nach mehr Miteinander und mehr Achtung auf ganz besondere Weise Wirklichkeit werden. Sie sehen, es lohnt, die dieser Ausgabe „Der Kirchturm“ beiliegende Programmübersicht zu lesen, sie aufzubewahren und sich die wichtigsten Termine gleich einzutragen.

Sie sind herzlich eingeladen, mit uns gemeinsam im Rahmen der vielen Veranstaltungen 2008 auf die Suche zu gehen, neue Perspektiven zu entdecken und sich auf überraschend neuartige Blickwinkel einzulassen.

Wir freuen uns auf Sie!
Ihr
Andreas Bauer, Kirchenvorsteher der St.-Pankratius-Kirchengemeinde

Foto: Wolfgang Thon-Breuker