
|
Bereits um das Jahr 150 berichtet ein Philosoph aus Athen an den Kaiser Antonius Pius folgendes über die Christen: „Die Witwen missachten sie nicht. Die Waisen befreien sie von dem, der sie misshandelt. Wer hat, gibt neidlos dem, der nicht hat. Wenn sie einen Fremdling erblicken, führen sie ihn unter ihr Dach und freuen sich über ihn wie über einen leiblichen Bruder … Wenn aber einer von ihren Armen aus der Welt scheidet und ihn irgendeiner von ihnen sieht, so sorgt er nach Vermögen für sein Begräbnis. Und hören sie, dass einer von ihnen wegen des Namens ihres Christus gefangen oder bedrängt wird, dann sorgen alle für seinen Bedarf und befreien ihn, wo möglich.“ Es geht nicht anders. Die christliche Gemeinde ist immer auch diakonische Gemeinde! Wahrnehmen und erkennen, wo andere Hilfe brauchen, nicht wegsehen, sondern helfend zupacken und die Not wenden, ist Aufgabe jeder christlichen Gemeinde. Dabei wagt es eine christliche Gemeinde, die Missstände in einer Gesellschaft zu benennen, sich nicht damit abzufinden, wie es ist, sondern die Not der Mitmenschen öffentlich anzusprechen. Christen machen den Mund auf für jene, die keine Stimme in der Gesellschaft haben. Zur Diakonie in der Gemeinde gehört, dass die Hilfe für andere sich leiten lässt durch Gottes Liebe zu den Menschen. Unterschätzen wir dabei nicht das Gebet für andere in Not! Jeden Sonntag in der Fürbitte betet die christliche Gemeinde für Menschen, die Hilfe brauchen, sei es vor Ort oder in der weiten Welt. Beten und arbeiten, bitten und helfen gehören in der Diakonie zusammen. Es sind zwei Seiten einer Medaille. Das spontane helfende Handeln steht am Anfang jeder Diakonie. Wir wissen aber auch, dass es professioneller Hilfe bedarf, wenn wir als Gemeinde nachhaltig helfen wollen. Nicht jede einzelne Gemeinde kann solche Hilfe anbieten und schon gar nicht für alle, die Hilfe brauchen. Darum gibt es Zusammenschlüsse diakonischer Arbeit und in unserer Region den Diakonieverband, in dem die Gemeinden aus fünf Kirchenkreisen zusammenarbeiten. Längst steht die christliche Diakonie im Wettbewerb mit anderen Einrichtungen und Anbietern und unter dem Druck eines kommerziellen Verteilkampfes. Wo auch Andere gute Hilfe leisten, kann sich Diakonie neuen und aktuellen Herausforderungen stellen. Das war in der gesamten Geschichte der Diakonie so, dass die aktuelle Notlage auch das Handeln bestimmt hat. Aus meist kleinen Initiativen der Nächstenliebe sind dann manchmal große und dauerhafte Hilfsprojekte geworden. Wo eine Kirche diakonisch handelt, da bleibt sie dran an den Menschen. Da schaut Kirche und Gemeinde über den eigenen Tellerrand und sucht Menschen in ihrer Not auf. Jede Stadt und jedes Land sind darauf angewiesen, dass die Schwachen in der Gesellschaft nicht aus dem Blickfeld geraten. Denn nur da, wo Menschen in Not nicht sich selbst überlassen werden, ist eine Gesellschaft in gutem Sinne stark. Wo wir uns als christliche Gemeinde helfend für andere einbringen, da lassen wir uns leiten von Gottes Wort und von der Würde, die allen Menschen gilt. Da arbeiten Frauen und Männer, Ehren- und Hauptamtliche zusammen, um dort zu sein, wo Menschen unsere Hilfe und Zuwendung brauchen. |
|
|
|
|
|
|
|