Was Haydns Musik der Moderne zu sagen hat

Podiumsdiskussion am 15.09.2009


Die Burgdorfer Kantorei unter der Leitung von Martin Burzeya hat Haydns Schöpfung einstudiert und gibt in der St.-Pankratiuskirche nach einer Podiumsrunde zum Werk eine Kostprobe. Foto: Brunhöber

Was Haydns Musik der Moderne zu sagen hat Die Burgdorfer Kantorei, die Jugendkantorei St. Pankratius und das Concerto Bremen führen am Sonnabend in der St. Pankratiuskirche Joseph Haydns berühmtes Oratorium „Die Schöpfung“ auf. von eike brunhöber burgdorf. GesangssolistWas Haydns Musik der Moderne zu sagen hat Die Burgdorfer Kantorei, die Jugendkantorei St. Pankratius und das Concerto Bremen führen am Sonnabend in der St. Pankratiuskirche Joseph Haydns berühmtes Oratorium „Die Schöpfung“ auf. von eike brunhöber burgdorf. Gesangssolisten sind Dorothee Wohlgemuth (Sopran), Dominik Wortig (Tenor) und Sebastian Klein (Bass). Unter der Leitung von Martin Burzeya wollen sich die Musiker dem Klangbild der Zeit Haydns nähern: Die Orchestermusiker spielen auf historischen Instrumenten aus der Zeit des 18. Jahrhunderts. Er strebe eine „freie, schwebende, luftige Musik“ an, sagt Burzeya. Die Instrumente sind zudem der damaligen Zeit gemäß deutlich tiefer eingestimmt (Kammerton mit 430 Hertz) als heute üblich. Doch soll der Abend im Rahmen der Gartenregion 2009 auch Gegenwart in den Vordergrund rücken: Steht doch die idyllische Schilderung der Schöpfungswelt durch Haydn und Texter Gottfried van Swieten im Gegensatz zur modernen Umweltzerstörung. „Damals gab es diesen aufklärerischen Optimismus: Wir können die Welt aufgrund von Mechanik verstehen“, sagte Superintendent Ralph Charbonnier bei einer Podiumsdiskussion zu Haydns Schöpfung jüngst in der St.-Pankratius-Kirche. „Heute ist das völlig anders.“ Der Reiz liege darin, dass ein heutiger Hörer neue Wertschätzung der Schöpfung erfahren könne. Im Werk liege eine „versöhnliche, interkonfessionelle Frömmigkeit“, sagte der Düsseldorfer Theologe und Kirchenmusikdirektor Gustav Adolf Krieg.

Aus HAZ Anzeiger für Burgdorf vom 18.09.2009 Eike Brunhöber