Ein würdevoller Abschied

Pastor Michael Schulze geht nach 30 Jahren St.-Pankratius in den Ruhestand

Pastor Michael Schulze beim Einzug in die St.-Pankratius-Kirche (Bildmitte). Foto: W. Hornig
Pastor Michael Schulze beim Einzug in die St.-Pankratius-Kirche (Bildmitte). Foto: W. Hornig

Die St.-Pankratius-Kirche war voll, die Gemeinde versammelt, um Ihren Seelsorger Pastor Michael Schulze in den Ruhestand zu verabschieden. 30 Jahre hatte er die Menschen als Seelsorger begleitet, getauft, verheiratet und beerdigt, Konfirmandenunterricht erteilt, Gruppen, Kreise und Gremien geleitet, ein offenes Ohr für Menschen in Not gehabt, ... Und nun erklang beim seinem Einzug neben der Superintendentin des Kirchenkreises und dem Kirchenvorstand das "Halleluja" von Georg Friedrich Händel - gesungen von der Kantorei unter der Leitung von Martin Burzeya.

Nach der letzten "offiziellen" Predigt in Pankratius wurde Michael Schulze von Superintendentin Sabine Preuschoff von seinen Aufgaben entpflichtet und verabschiedet.

Im Gemeindebrief ist zu lesen:

"Danke! So möchte ich diesen Abschiedsartikel überschreiben, denn das vorherrschende Gefühl im Rückblick auf die gut 30 Jahre Arbeit und Leben in der St.-Pankratius-Gemeinde ist große Dankbarkeit. Sicher gab es in diesen Jahren auch Enttäuschungen, Unerfreuliches und Belastendes, aber vor allem viel Grund dankbar zu sein.

Dankbar bin ich für die Offenheit und das Vertrauen, das ich erfahren habe in Gesprächen, Seelsorge, Bibelgesprächskreis, haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterkreisen, Kirchenvorstandsarbeit, Gottesdiensten und Konfirmandenunterricht. Wie viele Lebensgeschichten wurden mir anvertraut, wie viel gemeinsames Suchen nach Antworten auf wichtige Lebensfragen habe ich begleiten und erleben dürfen. Manchmal war mir das Vertrauen fast unheimlich, kann ich den Erwartungen gerecht werden?

Dankbar bin ich für die große Zahl an ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern, die so eine vielfältige und lebendige Gemeindearbeit ermöglichen. Dankbar bin ich für all die unterschiedlichen Aufgaben, die ich in unserer Gemeinde wahrnehmen konnte, und die mein Berufsleben immer wieder spannend machten: z.B. in der Jugendarbeit, bei drei tollen Jugendbibelwochen in den 90er Jahren mit unserer damaligen Diakonin Edeltraut Maxeiner zusammen, bei der Begleitung der Pfadfinder mit Fortbildungen und gemeinsam vorbereiteten und gestalteten Gottesdiensten oder in der Familienarbeit mit Freizeiten und Sonntagnachmittagsangeboten, Planung des Kindergottesdienstes, Entwicklung des Taufwaldes, die religionspädagogische Begleitung der Kindergärten mit regelmäßigen Gottesdiensten und Fortbildungen.

Diakonische Schwerpunkte habe ich setzen können mit Angeboten auf dem Oktobermarkt, dem politischen Einsatz zum Erhalt der ehemaligen Flüchtlingsunterkünfte in der Südstadt für Angebote der Wohlfahrtsverbände (nicht zuletzt der Jugendwerkstatt der Diakonie), der Neuaufstellung der Diakoniestation nach dem Ende der Sozialstation, die Entwicklung des Benefizz-Ladens und Gründung des Vereins.

Der Aufbau der Notfallseelsorge mit Pastor Kanjahn aus Uetze war mir ein besonderes Anliegen.

Fast 25 Jahre war ich als Vorsitzender des Kirchenvorstandes (drei davon als Stellvertreter) für die Geschicke der Gemeinde besonders verantwortlich. In dieser Zeit haben wir alle Gebäude einmal runderneuert und 2007 das Gemeindehaus in der Weststadt gebaut. Eine gute Entscheidung, denn danach hat nicht nur die Zahl der Gottesdienstbesucher zugenommen; weitere Gemeindekreise haben sich dort gebildet und mit „Sommergarten" und „Winterzauber“ führen zwei Veranstaltungsreihen immer wieder neu Menschen in unser Gemeindehaus.

Dankbar bin ich, dass Kirche in Burgdorf als ein wichtiger Mitgestalter des öffentlichen Lebens wahrgenommen wird – trotz allen Traditionsabbruchs auch in unserer Stadt. Das zu erhalten, wird eine große Herausforderung und Aufgabe für die Zukunft sein.

Der Pankratiusgemeinde wünsche ich weiterhin Gottes reichen Segen und verbleibe mit herzlichen Grüßen

Ihr
Michael Schulze"

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