Fußball geht auch anders!

"Glaubenssache" zum Wochenende

Quelle: Pressefoto der Blindenfußball-Bundeliga.

Am Sonntag findet nicht nur das Endspiel der Fußball-WM statt. An diesem Wochenende ist auch der dritte Spieltag der „Blindenfußball-Bundesliga“. Vor wenigen Jahren war ich einmal zufällig bei einem Spiel dabei. Wussten Sie, dass es das gibt, Blindenfußball? Ich nicht. Ich war völlig überrascht. Und einen Moment irritiert: Wie sollen blinde Menschen Fußball spielen können? Blindenfußball – da zuzuschauen war außergewöhnlich und spektakulär, kann ich Ihnen sagen. Während es in Ländern wie Spanien bereits seit mehr als 25 Jahren eine Liga gibt und in Brasilien Tausende von Zuschauern die Spiele verfolgen, ist der Blindenfußball bei uns erst noch dabei, sich zu etablieren. Immerhin: Seit zehn Jahren spielen Mannschaften aus ganz Deutschland in der Blindenfußball-Bundesliga.

Das Besondere: Blinde Fußballer spielen nach Gehör. Der Ball ist etwas kleiner und vor allem deutlich schwerer als der normale Fußball. Der Grund: Es sind Rasseln eingebaut, damit die Spieler ihn akustisch wahrnehmen und lokalisieren können. Außerdem soll er nicht so hoch springen.

Kleiner ist auch das Spielfeld: 20 mal 40 Meter misst es. Ähnlich wie beim Hallenfußball sind beim Blindenfußball die Längsseiten durch Banden begrenzt und werden ins Spiel aktiv einbezogen. Die Spieldauer beträgt 2 x 25 Minuten reine Spielzeit.

Das Tor entspricht dem Handballtor, zwei mal drei Meter. Eine Mannschaft besteht aus vier Feldspielern und einem Torwart. Die Feldspieler müssen vollblind sein oder bei einem eventuell vorhandenen Sehrest diesen durch das Tragen von Dunkelbrillen ausgleichen. International darf übrigens nur spielen, wer die Hand vor den Augen nicht sehen kann. Der Torwart hingegen darf sehen und muss seine Augen nicht bedecken. Er darf dafür seinen kleinen Torraum nicht verlassen und nur dort den Ball aufnehmen. Alle Spieler tragen zu ihrer Sicherheit einen Kopfschutz.

‚Uns Uwe’ Seeler sagt zum Thema Blindenfußball: „Ich bin fasziniert von dieser Art des Fußballspiels. Mich beeindrucken besonders das Ballgefühl und die Orientierungsfähigkeit der Spieler. Die sportlichen Leistungen der Blindenfußballer verdienen das höchste Maß an Respekt und Anerkennung.“ Vielleicht sind sie neugierig geworden, dann schauen Sie mal im Internet unter www.blinden-fußball.de

Manchmal ist unmöglich Gedachtes eben doch möglich.
Nicht nur im Sport.
Ich wünsche Ihnen ein unterhaltsames (WM-)Fußballwochenende.

Pastor Dirk Jonas

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„Glaubenssache - Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“ erscheint als Kolumne jeweils samstags im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen und Religionsgemeinschaften schreiben Beiträge aus ihren Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie zeitaktuell gerade beschäftigt.

 

 

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