Taufe, Freiheit und Verantwortung

Ökumenischer Reformationsgottesdienst in der St.-Pankratiuskirche

15.17 Uhr stimmt der Kantor der Burgdorfer St.-Pankratiusgemeinde zum Lutherlied "Ein feste Burg ist unser Gott" an. Foto: W. Hornig
15.17 Uhr stimmt der Kantor der Burgdorfer St.-Pankratiusgemeinde zum Lutherlied "Ein feste Burg ist unser Gott" an. Foto: W. Hornig

Burgdorf. Die finale Veranstaltung zum 500. Geburtstag des Protestantismus wurde am jüngsten Reformationstag in Burgdorf um Punkt 15.17 Uhr zu Füßen der St.-Pankratiuskirche auf dem Spittaplatz eingeläutet. Dazu hatte sich der Posaunenchor St.- Pankratius der Mitmach-Aktion des Evangelischen Posauenendienstes in Deutschland (EPiD) angeschlossen, just zu diesem Zeitpunkt, wie weitere Posaunenchöre in ganz Deutschland, Martin Luthers „Eine feste Burg ist unser Gott“ erklingen zu lassen.

„Wir spielen dieses Stück nicht als Kampflied der Reformation, sondern in unsere Zeit hinein“, so Superintendentin Sabine Preuschoff-Kleinschmit zu den über 150 Menschen, die sich auf dem Platz versammelt hatten.

Im Mittelpunkt des anschließenden Ökumenischen Reformationsgottesdienstes in der St.-Pankratiuskirche stand das Sakrament, das beide Konfessionen verbindet und alle Gläubigen zu Kindern Gottes macht – die Taufe. Zur Taufe, die befreit, verbindet und beauftragt waren Anzeiger-Journalistin Sandra Köhler sowie SCENA-Vorsitzender Dr. Matthias Schorr gebeten worden, persönliche Statements abzugeben. Sie habe sich schon als Kind entschlossen zu glauben, bekannte Köhler, und: „Die Taufe ist das Fundament, um das Leben auszuhalten. Die Taufe ist keine Tagträumerei, sondern echt und wahr. Sie ist das Zeichen, dass Gott uns alle für wichtig hält.“ Für Matthias Schorr bedeutet die Taufe den Anfang zur Zugehörigkeit in der christlichen Gemeinschaft: „You never walk alone. Eigenverantwortung in der Gemeinschaft heißt für mich, allen Mitmenschen mit Aufmerksamkeit und Wertschätzung entgegenzutreten. Es ist höchste Zeit (wieder) einen Modus des menschlichen Miteinanders zu finden.“

Nach dem gemeinsamen Glaubensbekenntnis und dem liturgischen Entzünden der Osterkerze („Ich werd` getauft auf einen Namen“), hielten sich Sabine Preuschoff-Kleinschmit und Diakon Hartmut Berkowsky, sowie die Pastor/innen Annabell Demera, Ulrike Henze, Susanne Paul und Dirk Jonas bereit, den großen und kleinen Besuchern an sechs Taufschalen mit dem Wasser ein Kreuz zur Tauferinnerung auf die Hand oder die Stirn zu zeichnen.

Für eine kleine aber freudige Überraschung sorgte Pfarrer Martin Karras, als er gegen Ende des gemeinsames Gottesdienstes Pastor Dirk Jonas eine holzgeschnitzte Pankratius-Figur, als Zeichen des guten geschwisterlichen Miteinanders zwischen den evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden und der katholischen Pfarrgemeinde St.-Nikolaus in Burgdorf überreichte.

Georg Bosse

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