Am 1. Januar 2027 werden die drei Burgdorfer ev.-luth. Kirchengemeinden eine Gemeinde sein mit dem Namen: Ev.-luth. Cato-Bontjes-van-Beek-Gemeinde. Die drei Kirchenvorstände haben sich für diesen Namen entschieden.
Cato Bontjes van Beek ist in Fischerhude bei Bremen aufgewachsen, ihr Großvater, der Maler Heinrich Breling, stammte aus Burgdorf. Ihr Lebensweg war geprägt von der Suche nach einem verantwortungsbewussten Leben. Das Wort Jesu „Liebet eure Feinde“ brachte sie dazu, im Jahr 1941 in der Berliner S-Bahn französischen Kriegsgefangenen Lebensmittel und Kassiber zuzustecken. Informationen über die Verbrechen der Nazis in Osteuropa regten sie zur Mitarbeit an Flugblättern gegen den Krieg an. Auf ihre politische Einstellung angesprochen erwiderte sie: „Ich will doch nur eins sein und das ist: ein Mensch!“
Aufgrund dieser Flugblattaktionen wurde sie verhaftet, zum Tode verurteilt und am 5. August 1943 im Alter von 22 Jahren hingerichtet. Ihre Briefe aus der Haft sind eindrucksvolle Zeugnisse einer jungen Frau, die das Leben liebte und dennoch mutig dem Unrecht widerstand. Es sind auch Zeugnisse einer jungen Frau, die in den Monaten der Gefangenschaft große Kraft im Glauben fand.
Mit der Namenswahl möchte die Cato-Bontjes-van-Beek-Kirchengemeinde dazu anregen, über Menschlichkeit, Friedensfähigkeit und Widerspruch gegen menschenverachtende Parolen ins Gespräch zu kommen. Cato Bontjes van Beeks Weg ist beispielgebend dafür, wie christlicher Glaube besonders jungen Menschen Orientierung zu geben vermag.